Wein



Weinernte

Wie kommt eigentlich der Wein in die Flasche? Welche Schritte durchläuft die Traube, bevor ihr kostbarer Saft abgefüllt wird und zum Verkauf angeboten wird?

Zu einem gewissen Zeitpunkt stellt der Winzer fest, dass der Wein geerntet werden muss. Dazu bedarf es viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Zu diesem Zeitpunkt sollte der Säuregehalt der Traube auf das richtige Level zugunsten des Zuckergehaltes abgefallen sein. Gerade in den Weinanbaugebieten der nördlicheren Breiten scheint weniger Sonne als in südlicheren, weshalb hier auch die saureren spritzigeren Weine hergestellt werden.

Bei der Ernte ist darauf zu achten, dass nur gesunde, reife Trauben geerntet werden. Erntemaschinen für Weintrauben können die Trauben schlecht zwischen reif und unreif unterscheiden. Auch wächst der Wein häufig in steiler Hanglage, weshalb er schwer zugänglich ist. Deshalb setzen Winzer in der heutigen Zeit wieder mehr auf manuelle Bearbeitung. Vor allen die Spitzenbetriebe verwenden keine automatische Erntemaschinen, um den wichtigen Prozess der Weinlese so optimiert wie möglich zu gestalten, um später einen guten Wein zu erhalten.

Ein Weinstock benötigt, je nach Rebsorte, bis zu fünf Jahren, bis der erste Ertrag gelesen werden kann, dafür kann er effektiv bis zu 30 Jahren eingesetzt werden, ohne Qualitätseinbußen vorzuweisen. Die Lese beginnt in aller Regel im Spätsommer, damit die Früchte noch von den vollen Sonnenstrahlen profitieren können. Genau in diesen Aspekt zählt die Erfahrung eines Winzern hinein. Es gilt, das Wetter zu beobachten, ein Gefühl für den Reifegrad der Rebstöcke zu entwickeln und mögliche Konsequenzen daraus zu ziehen. Beginnt die Lesezeit, können noch nicht alle Rebsorten gelesen werden, da dies zwischen den Sorten stark variiert. Grundsätzlich ist Weißwein jedoch schneller als Rotwein.

Zu früh fast noch unreif gepflückte Trauben bestechen durch einen geringen Alkoholgehalt und einer sehr angenehmen milden Säure, während spät sehr reife gepflückte Trauben einen sehr hohen Alkohol- und Zuckergehalt sowie teilweise die so genannten Edelfäule aufweisen, die für einige Weinsorten ausschlaggebend ist.

Wie bereits erwähnt werden die reifen Trauben entweder mit der Hand oder maschinell gelesen. Welche Variante zum Einsatz kommt, hängt in erster Linie vom Traditionsbewusstsein des Winzers sowie von der Größe und Zugänglichkeit der Rebfläche ab. Die manuelle Lese nimmt zwar sehr viel Zeit und Kraft in Anspruch, bringt jedoch qualitativ hochwertige Weine zu Tage. Werden Maschinen eingesetzt, besteht die Gefahr das auch unreife Trauben gelesen oder gar zerstört werden.
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